Kontakt-Formular
STARTSEITE
ÜBER MICH
HOTELS & REISEINFOS
ESSEN & TRINKEN
Franken
Bayern
Italien
Irland
Spanien
Wein
Weinkunde
Küche&Gastronomie
Toros + Ibéricos
Portugal
Lateinamerika
Südostasien
Islamische Länder
WALTERS KOCHBUCH
KUNST & KULTUR
Impressum
Sitemap

zurück

Kleine Weinkunde 

 

In Spanien ist - im Gegensatz zu Deutschland - die Cuvée, d.h. die Vermischung mehrerer Rebsorten, bei Rotweinen die vorherrschende Form der Weinbereitung. Dabei wird, von Jahr zu Jahr und von Weingut zu Weingut, in leicht verändertem Mischungsverhältnis Lesegut von 3 - 4 verschiedenen Rebsorten meist getrennt gelesen und ausgebaut und anschließend nach den Vorstellungen des Kellermeisters zur Cuvée verschnitten, d.h. vermischt, um eine optimale und über Jahre hinweg gleichbleibende Geschmacksqualität des Endprodukts zu erreichen. Seltener werden die verschiedenen Rebsorten nach der Lese gemeinsam gekeltert und ausgebaut.

Die hier skizzierte grundsätzliche Orientierung steht in krassem Gegensatz zu der in Deutschland vorherrschenden Einstellung im Weinbau, nach der auch kleine Weingüter oder Winzer mehrere verschiedene Rebsorten möglichst in verschiedenen Qualitätsstufen anbieten sollten, während die großen Bodegas in Spanien in der Regel nur eine oder zwei Cuvées in  einer begrenzten Zahl von Qualitätsstufen - vino joven, crianza, reserva und gran reserva (s.u.) - anbieten, gelegentlich erweitert durch eine besonders sorgfältig selektierte Spätlese von alten Weinstöcken. Daneben führen große Bodegas in der Regel einen Weißwein und einen Rosé. Dieses Grundprinzip sichert Kontinuität und mesit auch gleichbleibende Qualität.

Die in Spanien am häufigsten angebauten und für Cuvées verwendeten roten Rebsorten sind Tempranillo, Garnacha, Cabernet Sauvignon und Merlot, in geringen Mengen wird häufig auch Wein aus weißen Viura-Trauben  verwendet, um den Geschmack und das Aroma abzurunden.

 

Bei den vinos tintos, den Rotweinen, unterscheidet man neben einfachen Tischweinen vier gehobene Qualitätsstufen, die sich auch - verständlicherweise - deutlich im Preis unterscheiden:

  • Vino Joven - junger Qualitätswein, kommt nach dem Ausbau (meist in Edelstahltanks) rasch in den Handel
  • Crianza - Wein kommt nach dem Ausbau zu mehrmonatiger Lagerung in Barrique-Fässer aus französischer oder amerikanischer Eiche
  • Reserva - Weine aus sorgfältig selektiertem Lesegut, nach dem Ausbau 12 - 15 Monate Lagerung in Barrique-Fässern, anschließend noch wenigstens ein Jahr Lagerung auf der Flasche
  • Gran Reserva - Weine aus bestem Lesegut, bis zu 24 Monaten (gelegentlich auch mehr) Lagerung in Barrique-Fässern und anschließend noch 2 - 3 Jahr Flaschenlagerung. Weine mit hohem Alterungspotential.

Auch vinos blancos, Weißweine, werden zur Erzielung dezenter Holznoten nach dem Vergären häufig ein paar Monate im Barrique gelagert.

Rosados, Rosé-Weine aus weiß gekelterten roten Trauben haben meist ein frisches, fruchtiges Aroma und sollten möglichst gut gekühlt und jung getrunken werden.

Vinos blancos jovenes, manchmal auch vinos verdes genannt, sind junge, frische, fruchtige Weißweine aus Albariño-, Verdejo- oder Palomino-Trauben, die sich hervorragend als Begleiter zu Meeresfrüchten eignen.

Regional gibt es sortenreine Rotweine, meist aus Merlot-, Cabernet Sauvignon- oder  Tempranillo-Trauben; Weißweine sind meist sortenrein, z.B. Chardonnay in der DO Navarra oder der DO Ca. La Rioja, Verdejo und Sauvignon blanc in der DO Rueda, Albariño in der DO Rias Baixas in Galicien, Palomino und Pedro Ximénez in der DO Jerez  (Xérès - Sherry) und Montilla - Moriles in der Provinz Cordoba.

DO = "Denominación de Origen" ist die offizielle Bezeichnung einer Weinregion und gleichzeitig die Herkunftsbezeichnung für einen Wein. Die in Deutschland am besten bekannten spanischen Weinbauregionen sind die DO NAVARRA und DO Ca. RIOJA in der Baskenprovinz Álava sowie in der Provinz La Rioja. 

Top
WALTER LIEHMANN REISE SPECIALS  | Walter.Liehmann@t-online.de